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BGN Berufsgenossenschaft Nahrungs­mittel und Gastgewerbe
Ein Journalist recherchiert an seinem Schreibtisch

Nach schweren Unfällen zurück ins Arbeitsleben: Berufsgenossenschaft zeichnet engagierte Unternehmen aus

28. Juni 2021

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BGN-Inklusionspreise unter Schirmherrschaft von Adel Tawil verliehen

Eine dauerhafte, erfolgreiche Wiedereingliederung von Mitarbeitern, die schwere Arbeitsunfälle hatten und Behinderungen davontrugen, ist keineswegs alltäglich. Um diese Menschen wieder in das Arbeitsleben zu integrieren, werden von Unternehmen aber zum Teil erhebliche Anstrengungen unternommen. Dennoch ist die Arbeitslosenquote bei Schwerbehinderten fast doppelt so hoch wie bei anderen Beschäftigten. Oftmals fehlt es also nicht am Willen oder den notwendigen Strukturen, sondern am Wissen über die Möglichkeiten und Hilfestellungen, um Inklusionsprojekte zum Erfolg zu führen.

Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) zeichnete jetzt vier Unternehmen für ihr außergewöhnliches und erfolgreiches Engagement mit dem BGN-Inklusionspreis aus.

Unternehmen werden sozialer Verantwortung vorbildlich gerecht

Beim Süßwarenhersteller DESSBO Sweet & Biskuit GmbH in Dessau gerät ein Mitarbeiter bei der Störungsbeseitigung mit der Hand in eine Produktionsanlage. Drei Finger müssen amputiert werden. Trotz aller Bemühungen kann der Teigmacher seine bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben. Im Unternehmen bleiben will er auf jeden Fall. Auch die Verantwortlichen bei DESSBO schreiben das Thema Inklusion im Unternehmen groß. Auf einen guten Mann und seine Kenntnisse will man außerdem nicht verzichten. Gemeinsam mit dem REHA-Management der BGN suchte man nach Alternativen – mit Erfolg! Vom Unfall bis zur bestandenen Prüfung als Fachkraft für Lagerlogistik vergingen keine drei Jahre.

„Wenn es mal läuft, muss es laufen“ ist die Devise im Werk Cloppenburg der Emsland Group. Wartungsarbeiten sind für die Betriebsschlosser Tagesgeschäft und werden routiniert ausgeführt. Trotzdem verletzt sich ein Mitarbeiter an einem Walzenstuhl schwer. Eine Hand ist nicht mehr zu retten, wird aber in einer berufsgenossenschaftlichen Klinik so versorgt, dass eine moderne Prothese optimal angepasst und vom Träger gesteuert werden kann. Bereits wenige Monate nach dem Unfall will und kann der Mitarbeiter trotz seiner Behinderung wieder als Betriebsschlosser arbeiten.

Am Produktionsstandort Wittenburg (Schwerin) der Dr. Oetker Tiefkühlprodukte KG wird ein Industriemechaniker von einer rotierenden Welle in eine Drehmaschine gezogen. Massive Einblutungen führen zu bleibenden Nervenschädigungen im rechten Arm. Im Verlauf des berufsgenossenschaftlichen Heilverfahrens zeigt sich: Zur früheren Tätigkeit zurückzukehren ist ausgeschlossen. Aber beide Seiten, Unternehmen und Mitarbeiter, wollen weiter zusammenarbeiten, suchen nach einer Perspektive – und finden sie in der Umschulung zum Instandhaltungstechniker, die die BGN begleitete.

Auch bei der Brauerei Schmucker im Odenwald gehört die Instandhaltung der Maschinen zum Tagesgeschäft. Bei Arbeiten an der Drehbank wird einem Schlosser in einem Moment einer Unachtsamkeit eine Hand am Handgelenk abgetrennt. Ohne eine Prognose zu kennen, signalisiert das Unternehmen, dass es den Mitarbeiter auf jeden Fall weiterbeschäftigen will – möglichst in Vollzeit. Neben kaufmännischen und koordinierenden Aufgaben beaufsichtigt und bedient er heute eine roboterbetriebene Umpackanlage.

„Diese Fälle sind vorbildlich“, sagt Klaus Marsch, Hauptgeschäftsführer der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe. „Unser Reha-Management hat den Menschen im Blick, es geht immer um individuelle Lösungen ohne großen bürokratischen Aufwand. Hinzu kommt die konstruktive Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern, die in diesen Fällen mehr als außergewöhnlich war. Wir wünschen uns mehr solche Arbeitgeber, die sich ihrer sozialen Verpflichtung erinnern“, erklärt Klaus Marsch.

Klare Positionen der Unternehmen und die Bereitschaft, verletzten Mitarbeitern eine Perspektive zu bieten, der Wille und die Motivation der Mitarbeiter sowie die schnelle und unbürokratische Hilfe der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe bilden die ideale Verbindung für erfolgreiche Inklusionsprojekte.

Inklusion nützt beiden Seiten – Mitarbeitern und Unternehmen. Denn Menschen mit Behinderung sind wertvolle Mitarbeiter. Das anhand besonderer Beispiele zu verdeutlichen ist das Ziel des BGN-Inklusionspreises. Lösungsansätze für Wiedereingliederungsmaßnahmen sollen zugänglich gemacht und verbreitet werden.

Schirmherr ist der Sänger Adel Tawil

Der BGN-Inklusionspreis steht unter prominenter Schirmherrschaft: Adel Tawil. Der Sänger und Präsident der ZNS Hannelore Kohl Stiftung hat im Sommer 2016 einen Unfall mit schweren Wirbelverletzungen nur Dank der Spezialisten der Berliner Charité ohne bleibende Folgen überlebt und begrüßt das Engagement der Berufsgenossenschaft: "Der BGN-Inklusionspreis hat eine wichtige Funktion: Er steht als Symbol für das außergewöhnliche Engagement von Arbeitgebern, die Beschäftigungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter zu erhalten.“
 

Ihr Ansprechpartner:

0621 4456-1573

Michael Wanhoff
Pressesprecher

presse-info@bgn.de presse-info@bgn.de

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